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KLIMAWANDEL Gletschereis, Grönland

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Endlose Eislandschaften, türkisfarbene Bäche, von der Zivilisation scheinbar unberührt. Auf der größten Insel unserer Erde schmelzen jährlich unvorstellbare 273 Milliarden Tonnen Gletschermasse ab. Eine Katastrophe sieht anders aus. Nur der schwarze Staub trübt das Bild. Ruß und Kohlestaub aus Nordamerika, Europa und China. Schwarz absorbiert Sonnenstrahlen, der Boden erwärmt sich stärker als bei sauberem Eis, das beschleunigt die bereits eingetretene Schmelze.

Beängstigend ist die Geschwindigkeit, mit der sich weltweit das Klima verändert. Als Hauptursache gilt der industriell erzeugte Treibhauseffekt. Durch das Verfeuern von fossilen Energien heizen wir den Klimawandel an. Noch nie stieg die CO2 Konzentration in der Atmosphäre so schnell an. Doch noch ist es nicht zu spät. Wenn es uns gelingt, die Temperaturerhöhung auf deutlich unter zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, werden wir nicht untergehen.

URNES Lustrafjord, Norwegen

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Auf einer Landzunge, die tief in den Lustrafjord reicht, steht die älteste Holzkirche Norwegens – die Stabkirche von Urnes. Technisch gesehen, gehört sie zu den vollendeten Stabbauten. Ein Rahmengefüge, durch Steinfundamente vom feuchten Boden isoliert. Die Grundschwellen, auf denen die ganze Kirche aufbaut, ragen auf allen Seiten unter den großen Wandschwellen hervor. Diese werden an den Ecken von Säulensockeln umfasst und fest zusammengehalten. Alles greift ineinander, die Kirche ist wie ein Schiff in sich selbst stabil.

Am Nordportal der Stabkirche von Urnes findet man ein Holzrelief. Es stellt den Kampf der Hirsche und Schlangen dar, die in der Weltenesche Yggdrasil wohnen: ein Bild, das den Untergang der germanisch-heidnischen Welt symbolisiert, so wie die alten Mythen ihn prophezeiten. Im Inneren, auf dem Altar steht ein Kerzenleuchter in Form eines Wikingerschiffs, eine mittelalterliche Eisenarbeit, nicht viel jünger als die Kirche selbst. Neun Kerzen brennen darauf und symbolisieren das Christentum, das mit einem Boot nach Norwegen kam. Das Schiff der Wikinger, das auszog zum Raub und heimkehrte mit dem Licht des Christentums.

ROTE HÄUSER Falun, Schweden

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Viele Reisende assoziieren mit Schweden die roten schmucken Holzhäuser, die eine heimelige Atmosphäre und das Gefühl von Wärme und Gemütlichkeit ausstrahlen. Diese Farbe ist allerdings kein Designtrend, sondern stammt aus dem Abraum des Kupferbergbaus in Falun, einem Städtchen, das im 18. Jahrhundert zwei Drittel der Kupfer Weltproduktion lieferte. Noch heute wird aus den damals angehäuften Abraumhalden der Grundstoff für die rote Farbe gewonnen.

Falunrot dürfte aufgrund des hohen, natürlichen Kieselsäuregehalts die älteste ökologische Holzschutzfarbe sein. Die Farbe ist für Außenanstriche auf Holz bestimmt und hält selbst im rauhen Klima Schwedens bis zu 10 Jahre. Bei Falunrot ist Wasser das Lösungsmittel, als Bindemittel werden Leinöl und Mehl verwendet. Die Pigmente weisen konservierende und fäulnishemmende Substanzen auf. Die Farbschicht ist nicht völlig dicht und lässt die Atmung des Holzes zu.

MASSE UND HOHLRAUM Eilean Donan Castle, Schottland

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Die schottischen Burgen stehen heute wie verwitterte Felsblöcke in der Landschaft. Ihre Erscheinung ist einfach, massiv und elementar. Einzig die spärlichen, unregelmässig gesetzten und scheinbar keiner Regel folgenden Öffnungen lassen ein inneres Leben hinter der steinernen Masse erahnen.Tatsächlich sind diese unverrückbaren Steinbrocken innen hohl und deren Mantelmauern teilweise ausgehöhlt oder regelrecht ausgedünnt.

Diese versteckte Raumhaltigkeit bietet den Bewohnern Geborgenheit und Sicherheit vor der feindlichen Umgebung. Gegen aussen wird Wehrhaftigkeit demonstriert, während im Inneren die Wohnlichkeit durch eine vielfältige Raumentwicklung überrascht. Auf dieser scheinbar paradoxen Kombination, der räumlich dichtesten und effizientesten Form von Wohnen und Verteidigen, beruht der spezifische Charakter der schottischen Burgen.

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TRABUCCO ultrastabile Holzkonstruktion für den Fischfang

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Trabucchi sind einzigartige Holzkonstruktionen, die an der Abruzzen-Küste zum Fischfang errichtet wurden. Ihre Schönheit, ihre Widerstandskraft, ihre Fragilität sind ebenso beeindruckend wie ihre konstruktive Funktionalität. Will man hohen Kräften entgegenwirken, bedient man sich oft starker Strukturen und widerstandsfähiger Materialien, die gut ausgesteift und fest im Boden verankert sind. Beim Trabucco hingegen wurde das Prinzip der Elastizität, also der Fähigkeit zur Aufnahme von Energie und zur Deformation ohne Bruchversagen, angewendet.

Zweck dieser Konstruktion ist es, ein großes rechteckiges Netz gleichmäßig horizontal abzusenken und nach einiger Zeit wieder heraufzuziehen. Je größer diese Senknetze sind, desto größer ist die Chance, zufällig vorbei schwimmende Fische zu fangen. Als Baumaterial dienten Kastanienholz, das im Bereich des Tidenhubs sehr dauerhaft ist, sowie Robinienholz, welches höchste Zugspannungen zulässt. Materialisierung und statisches Konzept führen zu höchster architektonischer Ausdruckskraft.

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