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SOMMERHAUS MIT VERANDA Wien 2012

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Mein Bauherr und seine Frau sammeln im Jahr durchschnittlich 160kg Altpapier. Somit ist über 15 Jahre die Dämmung für ihr Sommerhaus entstanden. Das so gesammelte Papier wird recycelt und zu Flocken gemahlen, die dann mit einem Isolierungsgerät leicht in Hohlräume eingeblasen werden können. Die Papierflocken sind vollständig natürlich und gesundheitsunschädlich. Die Zellulosedämmung ist nicht giftig, beinhaltet keine Schadstoffe und fühlt sich weich und warm an.

Die Zellulosedämmung spart nicht nur Heizenergie, sondern ist auch umweltfreundlicher in der Herstellung. Als Rohstoff trägt Altpapier zur Ressourcenschonung bei. Die Produktionsschritte der Herstellung sind einfach und mit geringer grauer Energie sowie geringen Umweltbelastungen [geringes Treibhauspotenzial] verbunden. Bei der Herstellung von Polystyrol wird 25 Mal mehr Primärenergie verbraucht. Aus dieser Sicht erweisen sich Zellulosefasern als Dämmstoff mit sehr hoher Nachhaltigkeit.

MEXICO Kartonmodell in der Dimension eines Bauwerkes Wien 2009

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In den letzten Jahren sind Entwicklungen von Systemen und Halbfabrikaten in Gang gekommen, die alles außer Kraft setzen, was bisher an tektonischen Grundlagen des Holzbaus Praxis und Lehre war. Das neue »Grundelement« ist nun konsequenterweise die Platte, nicht mehr der Stab. Sie besteht aus drei und mehr Lagen kreuzweise verleimter Schichten von Schnittholz. Dieses »Überkreuz-Verweben« verleiht ihr hohe Festigkeit und Steifigkeit und damit statische Scheibenwirkung. Sie ist richtungsneutral und kann theoretisch in beliebiger Dimension endlos produziert werden.

Diese Voraussetzungen wirken sich im aktuellen Holzbau aus: Platten-Tektonik und dünnwandige Scheiben verhalten sich im Maßstab 1:1 wie Kartonage, als ob ein Kartonmodell in die Dimension eines Bauwerks transponiert worden wäre. Das betrifft nicht nur die physische Wahrnehmung. Offensichtlicher wird dies beim Umgang mit Öffnungen: Scheinbar beliebig in die Scheiben gestanzt oder aus ihnen herausgeschnitten, wie mit dem Cutter aus dem Karton, wird die unglaubliche Resistenz der Platten-Tektonik am Bauwerk sichtbar.

ONCE UPON A TIME IN THE WEST Hauptplatzgestaltung Feldkirchen iK. 2005

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An einem entlegenen Bahnhof inmitten der Wüste im Westen warten drei Männer in langen Mänteln schweigsam auf den Zug. Das Verhallen von Schritten auf einer Fläche aus Holzplanken, das Surren der störenden Fliege, das Knacksen von Knöcheln, das monotone Quietschen des Windrads und die typischen Geräusche der nahenden Dampfeisenbahn formen eine bekannte Melodie.

Diese zehnminütige Eingangssequenz des Filmes von Sergio Leone war die Entwurfsidee für die Neugestaltung des Hauptplatzes von Feldkirchen iK. Die materielle Oberfläche des Platzes sollte aus unbehandelten, heimischen Lärchenholzdielen bestehen. Um das noch nie Gewagte zu veranschaulichen und zu testen wurde ein Prototyp der Oberfläche im Maßstab 1:1 vor Ort implementiert. Die gebaute Fläche veranschaulichte alle Detaillösungen, die Elementierung und die haptischen Qualitäten des Materials.

Neben den haptischen und technischen Vorteilen erfolgte unsere Materialwahl in erster Linie aus ökologischen Gründen. Leider wurde die Platzoberfläche in dieser Form nicht ausgeführt, die Titelmusik des Filmes steht als Synonym für vier nicht realisierte Projekte.

HR. HUBER Holzturm Wien 2004

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Das realisierte Projekt einer Entwurfsaufgabe am Institut für Architektur und Entwerfen, Abteilung Raumgestaltung und nachhaltiges Entwerfen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Tragwerkslehre und Ingenieurholzbau hat Holz und seine Bewegung zum Entwurfsinhalt. Unter dem Motto „Heb mich Herr Huber“ wurde in einem dynamischen Prozess von 10 Studenten ein neun Meter hoher Holzturm realisiert. Zum Holz als Materialvorgabe kam ein schrottreifer BMW 320, der nun Herrn Huber auf Touren bringt. Hand gekurbelt – ein Turm, der sich reckt und streckt.

Der Turm wurde aus Fichte mit üblichen Querschnitten erstellt. Da man den Turm in kurzer Zeit aufbauen kann und keine Möglichkeit für eine Fundierung gegeben war, übernimmt die Basis die Führung und Lagerung der Teile. Mittels Seilzügen, die über Umlenkrollen am oberen Ende der Pylone laufen werden die Teile Rutscher und Dreher von vier auf neun Meter hochgezogen. Dieses Projekt zeigt, wie Holz mit viel Kreativität, wenigen Kosten, einfachen Mitteln und einem geringen Energieaufwand in Bewegung gebracht werden kann.

PONTON Installation Wien 2002, Neptun Wasserpreis 2003

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Installation an der Kaiserbadschleuse im Zuge der Lehrveranstaltung Experiment_ Material am Institut für Architektur und Entwerfen, Abteilung Raumgestaltung und nachhaltiges Entwerfen. Im Bereich der alten Kaiserbadschleuse wurde an der flussabwärts gelegenen Stelle des alten Schleusentores in der bestehenden Fuge ein gelber Ponton errichtet. Er markiert zugleich die Stelle des alten Schleusentores und ist ein Bindeglied zwischen Kai und Schleuseninsel.

48 gelbe Standardgetränkekisten einer österreichischen Mineralwasserfirma wurden als Schwimmkörper verwendet. Um den nötigen Auftrieb zu erhalten, wurden sie mit 1,5 Liter PET- Flaschen befüllt. Das Material, Getränkekiste, resultiert aus der scheinbar unlösbaren Aufgabe, mit einem „Nullbudget“ einen Schwimmkörper zu schaffen. Diese Getränkekisten besitzen hervorragende Eigenschaften als Baumaterial: Sie sind stabil und gleichzeitig leicht, sie besitzen mit ihrer Befüllung hervorragende Schwimmqualitäten. Die Kisten wurden mit transparenten Kabelbindern zu einem Schwimmkörper verbunden. Diese temporäre Installation war nur an einem Tag vor Ort zu besichtigen, sie wurde in Form von Film und Foto ausreichend dokumentiert und im Anschluss deinstalliert. Nur der gelbe Schriftzug „PONTON“ auf der Schleuseninsel erinnert noch an dieses Projekt.

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